Auch der zweite Band dieses Death-Duetts überzeugt mit grosser Ideenvielfalt und einem schwierigen Thema, das konträr zu Band eins umgesetzt wurde. Wahnsinnig gut erzählt und mit emotionalen Aspekten konnte auch dieses Buch mich wieder wahnsinnig berühren.
Ich liebe den Schreibstil des Autors, der mich immer wieder mit seinen Geschichten in eine neue Welt mit vielfältigen Charakteren ziehen kann. Er schafft es, queere Geschichten auf eine sehr nahbare Art und Weise zu transportieren und mich vollkommen mitfiebern zu lassen. Mit dem Death-Duett hat er sich nun auf eine ganz neue Art von Geschichte eingelassen, die die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen lässt. Die Tatsache, dass der Tod und das Begleiten von Toten auf die andere Seite eine grosse und personifizierte Rolle spielt, lässt das Buch zu mehr als realistischem New Adult werden. Und dennoch stören diese fantastischen Elemente nicht, da es nicht den Anspruch gibt, dies irgendwie logisch erklären zu müssen. Es funktioniert einfach. Und somit haben beide Bücher dieser Reihe auch die unglaublich einzigartigen Elemente, die im Gedächtnis bleiben werden und das Buch herausstechen lassen. Ich habe es sehr genossen, ein zweites Mal in diese Welt und zu vertrauten Charakteren eintauchen zu können und fand besonders das Gefühlschaos, das dieses Buch in mir ausgelöst hat, wahnsinnig spannend. Während Band eins zerstörerisch traurig war, hat dieses Buch Hoffnung geschenkt und mich mit einer anderen Art von Trauer zurückgelassen. Diese emotionale Verbindung zu Buch und Charakteren ist es, was ich besonders geliebt habe.
Die Protagonisten waren unterschiedlich und haderten dennoch mit ähnlichen Problemen und Unsicherheiten. Dylan ist dem Tod bereits einmal entkommen und wird vom unermüdlichen Ticken seines Spenderherzens am Leben gehalten. Doch sein Lebenswille ist nicht da, seine Belastung zu gross und er weiss gar nicht recht, woran er noch Freude finden soll. Ähnlich sieht es Timothy aus, der sich durch seine Aufgabe tagtäglich mit Tod, Trauer und schrecklichen Ereignissen befassen muss. Abgesehen von aufstehen, arbeiten und wieder ins Bett fallen gibt es bei ihm nichts und niemanden, der ihm etwas bedeutet. Erst als sich die beiden begegnen, können sie langsam ihrem Alltag entfliehen und lernen gemeinsam, wie schön das Leben doch sein kann. Beide Protagonisten haben ihre eigenen Hürden und Erlebnisse verarbeiten müssen und sich auf eine Reise zu sich selbst und ihren Gefühlen begeben. Aus diesem Grund mochte ich die beiden auch so gerne, denn sie haben sich mit einer sehr authentischen und sympathischen Art hervorgetan. Die Charaktere waren stimmig und rund und konnten mich dadurch auch emotional sehr für sich begeistern.
Die Geschichte begeistert nicht nur mit der Idee und dem Konzept, sondern kann auch in der Umsetzung punkten. Auch wenn es teilweise eher etwas seichtere Passagen gab, faszinierte die emotionale Dichte umso mehr und packte mich deshalb auch bis zum Schluss. Die Geschichte war ziemlich unvorhersehbar, da der Autor schon zuvor dafür gesorgt hat, dass in dieser Welt quasi alles möglich ist. Demnach wusste ich auch gar nicht, was mich am Ende noch erwarten würde. Ich habe besonders das Gefühl, das am Ende nachgeklungen ist, sehr gerne, da es gemeinsam mit dem ersten Band einen perfekten Kreis bildete, der sich hier geschlossen hat. Ich kann die Idee und Einzigartigkeit dieses Buches nur nochmal loben und habe etwas in der Art so noch nie gelesen.
Insgesamt war Heute sind wir unsterblich ein Buch, das ich, gemeinsam mit dem ersten Band, so schnell nicht wieder vergessen werde. Eine einzigartige Geschichte mit tollen Protagonisten, die zutiefst berühren kann. Auch wenn ich Band eins noch einen kleinen Tick besser fand, verdient auch dieses Buch grossartige 4.5 Sterne und ich kann es definitiv nur weiterempfehlen.

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