Mit „A Shore to Hold Us“ hat Jenni eine Geschichte geschaffen, die sich auf den ersten Blick nach einem leichten Sommerroman anfühlt, aber gleichzeitig so viel mehr zu erzählen hat. Das wunderschöne Setting auf der Ostsee-Insel Felo, das jährliche Fairytale Festival, das Meer und die sommerliche Atmosphäre sorgen für genau die richtige Portion Urlaubsfeeling. Beim Lesen hatte ich sofort das Gefühl, selbst dort zu sein und gemeinsam mit Manou und der Wasserrettungs-Clique die warmen Sommertage zu verbringen.
Manou flieht vor dem familiären Druck und ihrem Ex auf die Insel und möchte eigentlich einfach nur ein bisschen Abstand gewinnen. Doch auf Felo findet sie nicht nur eine neue Leichtigkeit, sondern auch Menschen, bei denen sie sich willkommen und verstanden fühlt. Besonders Levin ist mir dabei schnell ans Herz gewachsen. Die beiden lernen sich ganz langsam kennen und gerade diese kleinen Momente zwischen ihnen haben mir unglaublich gut gefallen. Aus der anfänglichen Anziehung entwickelt sich nach und nach eine tiefe Verbindung, die weit über körperliche Gefühle hinausgeht. Beide tragen ihre eigenen Verletzungen, Ängste und Geheimnisse mit sich herum und geben einander genau den Halt, den sie brauchen.
Ich mochte besonders, dass die Liebesgeschichte nicht im Mittelpunkt steht, ohne dass alles andere nur nebensächlich wirkt. Manou und Levin machen beide eine schöne Entwicklung durch und lernen, sich ihren Ängsten zu stellen und alte Fesseln loszulassen. Dadurch bekommen die Charaktere eine schöne Tiefe und ihre Beziehung wirkt für mich sehr authentisch. Natürlich gibt es auch einige spicy Momente, aber diese fügen sich gut in die Geschichte ein und nehmen ihr nicht die emotionale Ebene.
Ein echtes Highlight war für mich außerdem die Freundesclique. Dieses Found-Family-Gefühl, die Wasserrettung und die lockeren, teilweise sehr witzigen Dialoge haben die Geschichte unglaublich gemütlich gemacht. Ich hätte noch ewig Zeit mit dieser Gruppe auf Felo verbringen können. 🥹 Besonders schön fand ich auch das kleine Wiedersehen mit Vic und Samu aus „A Mountain Between Us“.
Der Schreibstil von Jenni hat mich wieder direkt abgeholt. Er ist leicht, flüssig und gleichzeitig emotional, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Besonders schön fand ich die eingebauten SMS-Nachrichten und Zeitungsausschnitte, die die Geschichte zusätzlich aufgelockert und abwechslungsreicher gemacht haben.
Einziger kleiner Kritikpunkt war für mich, dass sich die Geschichte zwischendurch ein wenig gezogen hat. Trotzdem wollte ich immer wissen, wie es mit Manou und Levin weitergeht, sodass das meinem Lesespaß kaum geschadet hat.
Für mich ist „A Shore to Hold Us“ ein wunderschönes Sommerbuch, das viel mehr bietet als Meer, Festival und romantische Gefühle. Es geht um Verletzlichkeit, Vertrauen, Freundschaft, Familie und darum, den Mut zu finden, sich von den Dingen zu lösen, die einen zurückhalten. Ein Buch voller Sommerfeeling, Herz und einer ganz besonderen Wohlfühlatmosphäre, das ich sehr gerne weiterempfehle.

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