Mittwoch, 3. Juni 2020

Sophie und Cassian

Rezension zu Sophie und Cassian - zaghaft

Autor/in: B.S.L. Peschka
Seitenzahl: 304
Erscheinungsjahr: 2020
Zeitraum: 02.06.2020 - 03.06.2020
Bewertung: 2.5 Sterne
Band der Reihe: 1

Inhalt:
Sophie und Cassian kennen sich schon ewig. Sie wohnen in derselben Strasse, gehen auf die gleiche Schule und haben schon als Kinder gemeinsam gespielt. Doch mit der Zeit wandeln sich diese Gefühle. Sie beginnen einander anders zu sehen, als sie es früher taten und zwischen den beiden baut sich eine ungewohnte Spannung auf. Doch dann kommt es zu Missverständnissen und einem traumatischen Erlebnis. Kann aus diesem Chaos noch Liebe werden?

Meine Meinung zum Buch (spoilerfrei):

Eine wirklich schöne Grundidee mit tollen und wahnsinnig sympathischen Protagonisten. Leider war für mich die Umsetzung ein Problem. Ich kam nicht so ganz in die Geschichte rein.
Der Grundstin dieses Buches war gut gelegt, das darum herum war eher schwierig.

Der Anfang der Geschichte war schwierig. Sehr schwierig, weil der Leser nicht einfach in die Geschichte gefunden hat. Es beginnt direkt mit einem Erlebnis, das wichtig für die Geschichte ist. Ausserdem wird in den ersten Seiten ganz viel aus der Vergangenheit erzählt, obwohl man die Protagonisten noch gar nicht wirklich kennengelernt hat. Das hat mich als Leser überfordert und ich wusste gar nicht, wie ich die ganzen Informationen einordnen und verarbeiten soll. Man hätte sich da einfach mehr Zeit lassen sollen und etwas langsamer mit der Geschichte starten. Auch diese ganzen Erzählungen aus der Kindheit der beiden war einfach zu viel für die ersten 20 Seiten.

Ganz schwierig war auch der Schreibstil der Autorin. Er war wirklich sehr ungewöhnlich und es brauchte bestimmt 50-100 Seiten, bis ich damit so richtig klargekommen bin.
Ich kann gar nicht so recht beschreiben, wie das Buch aufgebaut war, dennoch versuche ich es. Es war sicherlich mal in der Er/Sie Perspektive geschrieben, was mich grundsätzlich überhaupt nicht stört. Allerdings war es so, dass die Perspektive nicht nach jedem Kapitel, sondern ständig zwischendurch, manchmal nach jedem Absatz, gewechselt hat. Das war unglaublich verwirrend. Manchmal wusste ich gar nicht richtig, über welche Person gerade gesprochen wird. Das Problem hatte ich vor allem bei den männlichen Protagonisten, da man er und er schnell verwechseln kann. Ich hatte das Gefühl, als ob ich als Zuschauer von oben herab das Geschehen beobachte und somit immer eine gewisse Distanz zu den Personen geherrscht hat. Auch waren sogar die Perspektiven der Eltern oder Freunde teilweise so beschrieben, war zusätzlich noch störender war.
Man hat sich aber daran gewöhnt, sodass es mir am Ende fast nicht mehr aufgefallen ist und ich es ausblenden konnte.

Dieser erste grosse Konflikt zwischen Sophie und Cassian war so, dass beide Gefühle für einander hatten, sich diese aber nicht eingestehen konnten. Daraus haben sich so viele unnötige Probleme und Situationen entwickelt, die so eigentlich gar nicht auftreten gemusst hätten. Die Lösung wäre doch einfach Reden gewesen! Ich bin einfach kein Fan von solchen Problemen, die unnötig in die Länge gezogen wurden.
Zum Glück wurde das aber bald gelöst und das Problem nicht über das ganze Buch gestreckt.

Sophie war ein wirklich süsses Mädchen. Sie hat mir gut gefallen und hatte, trotz leichter Nativität, für mich keine störenden Eigenschaften. Oft sind mir solche jungen, sechzehnjährigen Mädchen zu kindisch oder unreif, hier war Sophie als Protagonistin aber wirklich gut ausgearbeitet und konnte für mich Sympathiepunkte sammeln. Ihr Tanzhobby fand ich faszinierend und wirklich schön zu sehen. Auch wie sie mit Situationen in Bezug auf Cassian umgegangen ist, war bemerkenswert und durchaus verständlich.

Cassian ist ein wundervoller Charakter. Er ist unglaublich süss im Umgang mit Sophie, akzeptiert ihre Meinung und ihre Wünsche und würde alles für sie tun. Seine Art hat mich überzeugt und begeistert. Doch auch er hat eine Seite, die etwas schwierig war und immer wieder Konfliktpotenzial geboten hat. Seine Eifersucht hat viele Situationen ausgelöst und massiv verschlimmert, was der Spannung aber sehr gut getan hat.

Die Handlung und die Spannung war wirklich topp. Nachdem ich endlich in die Geschichte gefunden habe, nahm die Handlung Fahrt auf und steigerte sich zum ersten Höhepunkt, den ich so auf keinen Fall erwartet hätte. Danach wurde es etwas ruhiger, gleichzeitig aber auch emotionaler.
Ein Handlungsstrang hat mich relativ zu Beginn der Geschichte gestört, weil er keinerlei Anteil am weiteren Verlauf der Geschichte hatte. Dazu möchte ich aber im Spoilerteil etwas sagen, weil es ein kleiner Spoiler wäre.

Die krasse Sache hat mich überrascht und schockiert und hat die Geschichte danach in eine ganz andere Richtung gebracht.
Was ich dann noch komisch fand war, dass Sophies und Cassians Eltern mit Vornamen genannt wurden und somit schon wieder ein unpersönlicher Aspekt in der Geschichte war.

Gegen Ende musste natürlich nochmal etwas kommen, was dann erst im zweiten Teil aufgelöst wird. Das war dann wieder eher enttäuschend, weil man das eigentlich schon vorher bereits gelöst und behandelt hat. Dass es nun schon wieder zu einem Problem führt, war etwas unnötig.

Auch ein ganz komischer Punkt war, dass gefühlt jeder Junge, der hier erwähnt wurde, auf Sophie gestanden hat und in sie verliebt war. Irgendwann war es dann wirklich genug, als ob Sophie das einzige hübsche, süsse Mädchen dieser Schule ist!

Trotz meiner vielen Kritikpunkte, war das Buch nicht schlecht. Ich vergebe dennoch nur ⭐️⭐️.5 Sterne, weil es einfach zu viele Punkte waren, die mich gestört haben, ich aber auch eine sehr kritische Leserin bin. Ich hoffe, dass meine Meinung niemand verletzt und ich damit konstruktiv Kritik üben konnte und Verbesserungsvorschläge geäussert habe. Wie oben schon erwähnt, waren die Grundidee und die Protagonisten super und sehr vielversprechend. Die Umsetzung war noch etwas holprig, doch ich glaube, dass sich die Autorin da definitiv noch verbessern kann und wird. Ich freue mich dennoch auf eine Fortsetzung von Sophie und Cassian und bin zuversichtlich, dass mich ein weiterer Teil mehr überzeugen wird. B.S.L. Peschka, mach auf jeden Fall weiter, du machst das toll!

!Achtung, ab hier kommen spoiler!

Der Punkt, den ich oben angesprochen habe und den ich etwas unnötig fand, war die Seitenhandlung mit Emilia, der Exfreundin von Cassian. Als sie Sophie beim Schwimmwettkampf Drogen untergemischt hat, hat sie sie in eine sehr gefährliche Situation gebracht. Meiner Meinung war das ein Punkt, der nicht wirklich ausführlich behandelt wurde und der viel zu wenig beachtet wurde. Auch für den weiteren Verlauf der Geschichte war Emilia ein absolut unwichtiger Aspekt, der nicht sein müsste. Klar hat sie mit ihren Eifersuchtsattacken Sophie und Cassian näher gebracht, mir war das alles aber irgendwie zu viel, auch in Anbetracht dessen, was danach noch alles passiert ist.

Der Übergriff auf Sophie hat mich echt geschockt. Die weiteren Ereignisse danach waren aber sehr, sehr schön und besonders die Beziehung zwischen Sophie und Cassian hat sich toll entwickelt und auch so, dass ich sie nachvollziehen konnte.

Cassians Eifersucht am Ende war unnötig. Natürlich möchte man so einen weiteren Teil einleiten, doch dieses Thema wurde so ja schon am Anfang behandelt und das ist einfach wieder ein Aspekt, der für mich nicht mehr wirklich neu ist. Ich hoffe dennoch, dass die beiden in der Fortsetzung ihre Probleme lösen können und freue mich darauf.

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